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Pressebericht

Auf Schatzsuche in Wellesweiler

Es gibt sie noch. Schätze, auch wenn man achtlos an ihen vorübergeht, denn vielen jungen Bürgern sind sie nicht bekannt. Häuser-, Natur- und Bodendenkmäler, die die Zeit überdauert haben. Dies, trotz der großen Veränderungen des Ortes in den letzten 100 Jahren.

Das war die Grundlage für ein Projekt der Grundschule Wellesweiler und dem Wellesweiler Arbeitskreis für Geschichte, Landeskunde und Volkskultur e.V. Bereits im Februar fand eine Führung zu den Bodendenkmälern aus der gallo-römischen Zeit im Kasbruch statt. Auf Wunsch der Kinder folgte nun eine Führung durch Wellesweiler. Und es gibt noch immer eine Menge zu sehen.

Da wäre das ehemalige Schulhaus in der Pestalozzistraße, das als viertes Haus 1927 für den Unterricht in Wellesweiler gebaut wurde, sozusagen als Preis für die Verschmelzung des Ortes Wellesweiler mit den Gemeinden Neunkirchen, Niederneunkirchen und Kohlhof zur Stadt Neunkirchen. Dass man bei den Ausschachtungsarbeiten Fundamente der Stallungen des ehemaligen Gestütes der Fürsten von Nassau-Saarbrücken fand, war eine kleine Sensation.

Das Junkerhaus, das vor 30 Jahren gebaut wurde, mit seiner historischen Schmiede, lag einst im Dorfmittelpunkt, wo sich die Hauptwege nach Neunkirchen und nach Oberbexbach trafen. Erst der Eisenbahnbau im Jahre 1850 schuf neue Voraussetzugen im Straßenbau und führte zum Bau der ersten Eisenbahnbrücken im Saarland. Diese sind, obwohl sie nicht unter Denkmalschutz stehen, noch heute sichtbar.

Den einstmals großen Bahnhof kann man heute nur noch auf Bildern zeigen. Auch die beiden ersten katholischen Kirchen sind Vergangenheit. So wie das große Vereinsleben, das einst im Saale Hoppstädter stattfand.

Trotz der hohen Temperaturen an diesem Tage ging die Wanderung auf der ehemaligen ''Neunkircher Chaussee'' unter dem Laubdach der Plantanen in Richtung alte Grube weiter. Die Schatten spendenden Bäume waren vor 130 Jahren genau für diesen Zweck gepflanzt worden und sind ausgewiesene Naturdenkmäler in Wellesweiler.

An die große Bergbaugeschichte erinnert der Nachbau eines Stollenmundes in der heutigen Rombachstraße. Das einst der sogenannte Palmbaumstollen mit sienem aufrecht stehenden Siegelbaum eine Weltsensation war un dinternationale Gäste nach Wellesweiler brachte, ist heute schwer nachvollziehbar. Aber berühmte Wissenschaftler reisten damals nach hier.

Die Fliehburg auf dem Maikesselkopf war Ziel der Wanderung. Noch sichtbare Wälle sind von der im Jahre 300 n. Chr. gebauten Befestigungsanlage zu sehen. Diese wurden von den Kindern in Sturm genommen. Mit Pfeil und Bogen war das kein Problem. Allein deshalb war die Schatzsuche eine erfolgreiche Veranstaltung. Darüber gab es eine Urkunde.

Ob man so etwas auch für die Erwachsenen mal machen sollte?  

Quelle: Neues aus der Dorfmitte, Ausgabe: 07/2016